Sicherheit
Baderegeln (interaktiv)
Baderegeln (Video)
Eisregeln Dynamisch
Eisregeln (Video)
Badezonenkennzeichnung
Rot und Gelb sind die Farben, die Badegästen, Urlaubern und Wassersportlern wichtige Hinweise über die Bewachung der Strände, Risiken und andere Rahmenbedingungen geben.
Flaggen rot über gelb
Eine rot-gelbe Flagge am Mast einer Wachstation zeigt ein gekennzeichnetes Badegebiet an, das von Rettungsschwimmern gesichert wird. Flaggen derselben Farbgebung können zusätzlich direkt am Strand angebracht werden und begrenzen dann das bewachte Badegebiet.
Gelbe Flagge
Eine zusätzlich am Mast der Wachstation gesetzte gelbe Flagge signalisiert gefährliche Bedingungen und empfiehlt ungeübten Schwimmern, Kindern und älteren Personen vom Baden abzusehen. Weht darüber hinaus ein orangener Windsack am Mast, rät die DLRG, auf die Benutzung von aufblasbaren Freizeitgeräten auf Grund des ablandigen Windes zu verzichten.
Rote Flagge
Eine einzelne rote Flagge wird bei akuten Gefahrenlagen wie Strömung, hoher Wellengang oder bei Wasserverschmutzung gesetzt. Schwimmen kann dann lebensgefährlich sein.
Schwarz-Weiß geviertelte Flagge
Strandabschnitte, die für die Sondernutzung von Wassersportgeräten geeignet und bestimmt sind, werden durch eine schwarz-weiß geviertelte Flagge gekennzeichnet. In diesem Bereich können Surfbretter, Segelboote oder Jetskis zu Wasser gelassen werden. Die Flagge trennt diese Zone vom normalen Badebereich. Mit der klaren Trennung von Badezonen und Wassersportrevieren wollen die in der International Life Saving Federation (ILS) zusammengeschlossenen, nationalen Wasserrettungsorganisationen die Gefährdung der Schwimmer deutlich verringern.
Badezonenkennzeichnung (Video)
Das Thema Selbst- und Fremdrettung ist ein grundlegendes Thema für jeden, der mit dem Bewegungsraum Wasser in Berührung kommt.
Um darüber aufzuklären, haben wir im folgenden die Inhalte des DLRG Bundesverbandes kopiert.
Erschöpfungszustände
Hat sich ein Schwimmer überschätzt und der Erschöpfungszustand wird erreicht, kann er seine Überlebenschance durch kraftsparendes Verhalten deutlich erhöhen. Der Kräfteverbrauch kann durch Erholungspausen im Wasser niedrig gehalten werden. Dabei erfordern alle Möglichkeiten des Überwasserhaltens vom Erschöpften hohe Konzentration.
Verhalten bei einer Erschöpfung
1) Ausruhen in der Rückenlage (toter Mann)
- Der Erschöpfte legt sich flach ausgestreckt auf den Rücken.
- Der Kopf taucht bis zu den Ohren ins Wasser und das Kinn wird leicht zur Brust gezogen.
- Hände und Beine sorgen bei möglichst geringem Kraftaufwand für ein ausgewogenes Gleichgewicht und unterstützen gleichzeitig den durch die Atmung bedingten unterschiedlichen Körperauftrieb.
2) Kraftsparende Überlebenslage (Bauchlage)
- Bei der kraftsparenden Überlebenslage liegt der Schwimmer in Bauchlage mit gegrätschten Beinen entspannt auf dem Wasser.
- Das Gesicht liegt im Wasser.
- Der Schwimmer atmet ruhig und langsam in das Wasser aus und hebt lediglich zur Einatmung den Mund kurz über die Oberfläche.
Diese Lage ist immer dann zu bevorzugen, wenn aufgrund der bewegten Wasseroberfläche das Ausruhen in Rückenlage nicht möglich ist und wenn z. B. die Gefahr besteht, dass Wasser ins Gesicht gespült wird.
Quelle: Ausbilderhandbuch Rettungsschwimmen der DLRG, Neuauflage 2009, 2. korrigierte Auflage 2012, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (Hrsg.), Bad Nenndorf.
Selbstrettung bei Krämpfen
Schwimmer können bei längerem Aufenthalt im Wasser wegen Unterkühlung und Überanstrengung von Krämpfen befallen werden. Dabei ziehen sich Muskeln zusammen, werden unbeweglich und schmerzen.
Wenn ein Krampf verspürt wird, sollte der Schwimmer Ruhe bewahren und versuchen, zum Ufer zu schwimmen. Gelingt dies nicht, dann kann der Krampf auch im Wasser durch Dehnung des Muskels gelöst werden. Spannung und Entspannung werden abwechselnd wiederholt, bis sich der Krampf löst und der Schmerz nachlässt.
Wadenkrampf: Der Rettungsschwimmer legt sich auf den Rücken, fasst die Fußspitze und zieht sie zum Körper hin. Die freie Hand drückt knapp oberhalb der Kniescheibe auf den Oberschenkel, damit das Bein gestreckt wird.
Oberschenkelkrampf: Der Rettungsschwimmer legt sich auf den Rücken, fasst den Unterschenkel am Fußgelenk und drückt ihn gegen den Oberschenkel.
Fingerkrampf: Die Finger werden abwechselnd zur Faust geschlossen und ruckartig gestreckt.
Nachbehandlung von Krämpfen: Nach Lösung des Krampfes soll der Rettungsschwimmer das Wasser verlassen, da der Krampf erneut auftreten kann. An Land wird der verkrampfte Muskel massiert und gebürstet, damit es erwärmt und gut durchblutet wird. Am gleichen Tag sollte nicht mehr geschwommen werden!
Quelle: Ausbilderhandbuch Rettungsschwimmen der DLRG, Neuauflage 2009, 2. korrigierte Auflage 2012, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (Hrsg.), Bad Nenndorf.
Selbstrettung aus Strömungen
Ein strömendes Gewässer und die enorme Kraft des Wassers dürfen von einem Schwimmer nie unterschätzt werden. Daher solltest du auch nie gegen die Strömung anschwimmen: Denn das ist kräftezehrend und führt selten zum Erfolg. Um Erschöpfung und Krämpfen vorzubeugen, lass dich besser mit der Strömung treiben und versuche, langsam – dabei schräg und gleichzeitig mit der Strömung – ans Ufer zu kommen. Selbst wenn man dadurch das Gefühl bekommt, etwas zu sehr abzutreiben, ist dies dennoch die sicherste Methode, um das Ufer zu erreichen. Wenn deine Kräfte in der Strömung so stark nachgelassen haben, dass du der Erschöpfung nahe bist, leg dich auf den Rücken und lass dich mit den Füßen (und mit Blick) nach vorne treiben. Mit den Armen kannst du nun etwas die Richtung korrigieren. Achte dabei unbedingt darauf, Gefahren auszuweichen.
Vermeide als Schwimmer in strömenden Gewässern jede Art von Einbauten wie Brückenpfeiler, Felsen, Büsche oder Bäume. Denn davor und dahinter können sich tückische Wirbel bilden, die dir als Schwimmer gefährlich werden können. Ein Busch oder ein Ast im Wasser kann bei schneller Strömung zur Todesfalle werden: Als Schwimmer kannst du so hineingezogen und sogar unter Wasser gedrückt werden. Ein Entkommen gegen die Wasserkraft ist dann kaum mehr möglich!
Nicht gründige Wirbel
Wenn Wasser in Bewegung ist, entstehen viele einzelne Strömungen. Dort, wo verschiedene Strömungen aufeinandertreffen, bilden sich Wirbel. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger senkrecht zur Wasseroberfläche verlaufende Wassersäulen, die sich sozusagen um die eigene Achse drehen. Reichen die Wirbel nicht bis auf den Grund des Gewässers, werden sie als nicht gründige Wirbel bezeichnet. Sie können bei den folgenden Gegebenheiten entstehen:
- Zusammenfließen zweier Flüsse
- Kehrwasser von Flusskrümmungen
- Uferausbuchtungen
- Buhnenbereiche sowie größere Bauwerke oder sonstige Hindernisse im Wasser
Derartige Wirbel sind nicht ortsbeständig und ziehen einen Schwimmer somit nicht nach unten. Wird ein Schwimmer von einem solchen Wirbel erfasst, kann er sich einfach treiben lassen, bis sich die Wirkung des Wirbels von selbst verloren hat.
Gründige Wirbel
Reichen die Wirbel hingegen bis auf den Grund des Gewässers, werden sie als gründige Wirbel bezeichnet. Im Bereich dieser Wirbel gerät das Wasser in kreisende Bewegungen und wird im Zentrum nach unten gezogen. Wird ein Schwimmer in einen gründigen Wirbel gezogen, so hat er die größte Chance sich zu retten, indem er am Grunde des Wirbels seitwärts wegtaucht.
Ein gründiger Wirbel kann auch am Grundablass von Staumauern und Talsperren beobachtet werden. Der Ablauf des Wassers bewirkt in derartigen Fällen einen Strudeleffekt. Dieser ist vergleichbar mit dem Herauslassen des Wassers aus der Badewanne. Ein gründiger Wirbel behält durch den engen Abfluss konstant seine Sogwirkung.
Quelle: Ausbilderhandbuch Rettungsschwimmen der DLRG, Neuauflage 2009, 2. korrigierte Auflage 2012, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (Hrsg.), Bad Nenndorf.
Selbstrettung bei Bootsunfällen
Der steigende Trend zum Wassersport erhöht auch die Anzahl der Unfälle im Bereich der Sportschifffahrt. Deshalb empfiehlt die DLRG grundsätzlich allen Bootsinsassen, Rettungswesten zu tragen.
Häufige Unfallursachen
- Boote werden überladen
- Boote schlagen durch Leichtsinn mit Wasser voll
- Platzwechsel werden unüberlegt vorgenommen
- Segler segeln mit „zu dichten Segeln“ oder setzen zu große Segel, was zur Kenterung führen kann
- Surfer beherrschen ihr Gerät nur unzureichend
- auf Binnenschifffahrtsstraßen werden Schleppzüge gekreuzt
- auf Schaueffekt bedachte Motorbootfahrer verhalten sich rücksichtslos in der Nähe der Badezone oder gegenüber anderen Wassersportlern
- Schwimmer belästigen Ruderboote durch Enterversuche
- Kollisionen bei Regatten
- Fehlverhalten durch Alkohol- und Drogeneinfluss
Verhalten nach einer Bootskenterung
- Kommt es zu einer Bootskenterung, sollen die Insassen in Bootsnähe bleiben und sich am Boot festhalten, sofern dieses nicht untergeht. Die Entfernung zum Ufer sollte nicht unterschätzt werden.
- Hilfe herbeiwinken und Ruhe bewahren
- Mehrere Insassen reichen sich nach Möglichkeit über den Bootskiel hinweg die Hand.
- Es muss kontrolliert werden, dass niemand unter das Boot geraten ist. Das gilt insbesondere für Segel. Insassen zählen
Der Versuch, das Boot wiederaufzurichten, darf nur dann unternommen werden, wenn dadurch keine Beteiligten gefährdet werden.
Quelle: Ausbilderhandbuch Rettungsschwimmen der DLRG, Neuauflage 2009, 2. korrigierte Auflage 2012, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (Hrsg.), Bad Nenndorf.
Eisunfälle in Seen und Teichen
Kaum sind Seen und Teiche zugefroren, werden sie oft ohne Berücksichtigung der Eisdicke in fahrlässiger Manier betreten. Denn Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Eishockey erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zahlreiche Eiseinbrüche – häufig mit tödlichem Ausgang – beweisen, wie trügerisch das Eis sein kann und wie unbesonnen sich der Mensch manchmal verhält. Das Eis kann aufgrund verschiedener äußerer Einflüsse trotz vermeintlich ausreichender Dicke nur eine unzureichende Tragkraft aufweisen.
Besonders häufig werden Kinder von Eisunfällen betroffen. Darum sollten sie bei Beginn der Frostperiode frühzeitig über die Gefahren aufgeklärt und mit der Möglichkeit der Rettung vertraut gemacht werden. Die allgemeinen Verhaltensregeln auf dem Eis sind unbedingt zu beachten (siehe oben).
Sollte das Eis dennoch mal unter den Füßen nachgeben, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:
Eine Selbstrettung aus dem eisigen Nass der winterlichen Gewässer muss innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden. Bereits wenige Minuten, nachdem der Verunglückte ins Wasser geraten ist, werden seine Glieder durch die Kälte so steif, dass alle Versuche einer Selbstrettung scheitern werden. Da die unmittelbare Berührung mit dem eiskalten Wasser starke Schmerzen verursacht, müssen alle geistigen und körperlichen Kräfte mobilisiert werden, um eine Panik zu vermeiden und möglichst schnell das eiskalte Wasser verlassen zu können. Je nach Beschaffenheit des Eises bieten sich folgende Möglichkeiten an:
- Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen.
- Versuche, dich mit ausgebreiteten Armen vor- oder rückwärts zum Ufer hin zu bewegen.
- Brich das dünne Eis ab. Wenn es wieder trägt, schieb oder roll dich flach in Bauch- oder Rückenlage auf die Eisfläche und krieche zum Ufer.
Quelle: Ausbilderhandbuch Rettungsschwimmen der DLRG, Neuauflage 2009, 2. korrigierte Auflage 2012, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (Hrsg.), Bad Nenndorf.
Rettung aus dem Eis
1) Der Verunglückte schwimmt an der Einbruchstelle im Wasser
Das nicht mehr ausreichend tragfähige Eis stellt für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar. Der Eingebrochene kann sich wegen der raschen Erstarrung seiner Glieder nur kurze Zeit an der Oberfläche halten, wodurch höchste Eile geboten ist.
Soweit möglich, wird die Rettung von Land aus durchgeführt. Der Retter reicht, schiebt oder wirft dem Verunglückten Hilfsmittel wie Bretter, Stangen, Leitern, Gartentische oder -bänke aus Holz, Türen, Leinen, Teile von Holzzäunen, Äste oder auch Strauchwerk zu. Noch besser wäre ein Rettungsball oder Rettungsring mit Leine. Gelingt es dem Verunglückten nicht, selbst freizukommen, so muss der Retter ihm auf dem Eis zu Hilfe kommen. Hierbei darf sich der Helfer der Einbruchstelle nie stehend nähern. Er schiebt sich vielmehr liegend, möglichst mit ausgebreiteten Armen, zum Eisloch vor. Von großem Vorteil ist es, wenn er sich auf einer großflächigen Unterlage (Türe, breites Brett) liegend an den Eingebrochenen heranschieben kann. Sind mehrere Retter an der Unfallstelle, so sollte der erste Retter möglichst mit einer Leine gesichert werden.
Hat sich der Retter der Einbruchstelle genügend genähert, schiebt er vorhandene Hilfsmittel wie Bretter, Leitern oder Ähnliches über die Einbruchstelle, um die Tragfähigkeit des Eises zu erhöhen und um dem Eingebrochenen die Möglichkeit zu geben, sich selbst daran herauszuziehen.
2) Rettung von unter das Eis Geratenen in stehenden Gewässern
Ist der Eingebrochene unter dem Rand des Eisloches verschwunden, so ist eine Rettung wesentlich schwieriger und der Erfolg unsicherer. Die Rettung kann dabei durch Tauchen nach dem Untergegangenen versucht werden.
- Der Retter taucht in voller Kleidung (ohne Schuhe), um einer Unterkühlung zu begegnen. Er muss durch eine Leine, die von einem zweiten Helfer gehalten wird, gesichert sein. Der zweite Retter hat darauf zu achten, dass sich die Leine nicht am scharfen Eisrand durchscheuert.
- Wenn der Taucher nicht mit Tauchgerät und Tauchanzug ausgerüstet ist, darf insgesamt nicht länger als 20 Sekunden getaucht werden. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Taucher (auch gegen dessen Willen) herausgezogen werden. Weitere Tauchversuche dürfen von demselben Taucher nur durchgeführt werden, wenn er einen Tauchanzug trägt. Ansonsten muss ein anderer Retter tauchen.
Ist der Verunglückte unter eine dünne Eisdecke geraten (2-3 cm), z. B. durch einen Sturz von einer Brücke oder einem Steg, so kann der Retter auch versuchen, die Eisdecke auf einer möglichst großen Fläche zu zertrümmern, um dem Untergegangenen die Möglichkeit zum Auftauchen zu verschaffen.
3) Rettung von Verunglückten, die in fließenden Gewässern unter das Eis geraten sind
Das Tauchen unter das Eis bei fließenden Gewässern ist äußerst lebensgefährlich und zudem ohne Aussicht auf Erfolg, da der Untergegangene abtreibt. Unter Berücksichtigung der Eigengefährdung gibt es keine Möglichkeit ohne Ausrüstung Rettungsmaßnahmen zu ergreifen. Daher ist hier die einzige Hilfe ein schneller Notruf.
4) Rettung von einer treibenden Eisscholle
Die sicherste Rettung von treibenden Eisschollen ermöglicht ein stabiles Boot (kein Schlauchboot), wenn zwischen den Eisschollen genügend Fahrwasserbreite vorhanden ist. Ein Anstoßen mit dem Boot an die Scholle, auf der sich der Verunglückte befindet, ist zu vermeiden, um ein Abgleiten der zu rettenden Person zu verhindern. Der Verunglückte wird über das Heck in das Boot gebracht (gilt nicht für Boote mit Außenbordmotor).

